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Wenn die Liebe zum Triathlon unter die Haut geht

Sei es das rote Ironman Dot, Symbole für die drei Triathlon-Disziplinen oder eine persönliche Erinnerung zu vergangenen Wettkämpfen: Triathlon-Tattoos können immer häufiger bestaunt werden. Und dabei geht die Liebe viel weiter, als nur unter die Haut.

Nicht nur an gut trainierten Männerwaden oder dem knackigen Po der Vorderfrau können sich Trainingspartner, Zuschauer oder Konkurrenten im Triathlon satt sehen, sondern auch an den vielen Kunstwerken, die den gestählten Triathleten-Körper verschönern. Tattoos mit Bezug zur Lieblingssportart oder dem ersten großen Rennen kommen unter der Trainingsbekleidung zum Vorschein.

Klar, Tattoos gibt es nicht erst seit diesem Jahr. Doch bewusst wahrgenommen habe ich diese erst vergangene Saison. Sind es in den vergangenen Jahren nicht auffällig mehr geworden? Im Jahr 2012 hatte laut einer Studie rund ein Zehntel aller Deutschen ein Tattoo. Unter den 30- bis 39-Jährigen ist es sogar jeder Vierte. Den Namen des Partners auf dem Arm, den Kopf des eigenen Kindes auf der Schulter oder eben ein Kettenblatt auf der Wade – Tattoos sind sowohl persönlich, aber auch öffentlich, für jeden sichtbar. Ein Tattoo ist die extremste Form der Botschaft, die wir unserem gegenüber senden können.

Hatten Tattoos noch vor einigen Jahrzehnten ein eher negatives Image, assoziiert mit Straftäter aus Gefängnissen, sind die bunten Bilder heute zu einem Lifestyle geworden. Menschen möchten damit eine Botschaft senden, erklärt der psychologische Berater Holger Schlageter. „Ich stelle diese Botschaft zur Schau, für jeden, permanent. Ich könnte mit Worten gar nicht dauerhaft diese Botschaft wiedergeben.“ Ein Ausdruck innerer Befindlichkeiten. Da sei es naheliegend auch unsere Oberfläche dafür zu nutzen, veranschaulicht Schlageter seine These. Während er sich Fotos von Triathleten anschaut, erläutert der Wiesbadener sichtlich beeindruckt: „Es zeigt, wie sehr der Sport zum Leben gehört.“

Bereits in der Steinzeit galten Tattoos als Ritual und Mittel der Verschönerung. Das wohl bekannteste dieser Zeit ist das über 5300 Jahre alte Tattoo von „Ötzi“. Noch heute sind die Bilder auf seinem Körper zu erkennen. Ein Beweis dafür, dass die Bilder sogar bis über den Tod hinaus erhalten bleiben.

Auch das M-Dot, das Markenzeichen des Ironman, sieht man immer häufiger bei Triathlon-Veranstaltungen. Auffallend rot, mal groß, mal klein. Am Knöchel, auf der Wade oder manchmal sogar auf der linken Brust, möglichst nah beim Herzen wird an allen möglichen Stellen unauffällig Werbung für einen kommerziellen Veranstalter gemacht. „Ironman ist eine Lebenseinstellung“, hat man mir mal gesagt. Sicher ist die Langdistanz in vielen Punkten eine noch krassere Erfahrung als die kürzeren Strecken, doch würde sich auch jemand das Redbull Logo oder den Coca-Cola-Schriftzug stechen lassen, wenn er eines der beiden Getränke gerne zu trinkt? Ich glaube kaum.

Eins ist klar: Ein Tattoo ist ein Bekenntnis zur Familie, zu einer Lebensphase oder zum Sport, den wir alle lieben und die Erlebnisse, die wir mit ihm gemacht haben. Die Liebe zum Triathlon und allem der Aufwand des täglichen Trainings, den vielen Stunden im Wettkampf und der Freude nach dem Finish, sind mehr als nur Farbe unter der Haut. Auch wenn die Kunstwerke jeden für immer begleiten werden.

Photocredit: Steve Lynch – kanadisches Triathlon-Magazin: http://102142km.pnimultimedia.ca

Das Bild zeigt einen Athleten, der für jedes gefinishte Ironman-Rennen ein M-Dot hinzufügt.

Der Text ist in ähnlicher Form in der Frühjahrsausgabe der Tritime erschienen. www.tritime-magazin.de

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2 Comments

  • Reply
    Durchhalten ist alles
    23. Oktober 2015 at 20:02

    Schöner Artikel. Die Idee von dem Triathleten mit den M-Dots ist echt schön. Natürlich wie bei allem Geschmacksache, aber es gibt Tattoos mit weniger Hintergrund 😉

    Liebe Grüße.

  • Reply
    Paddi
    23. Oktober 2015 at 20:38

    Ich halte davon nichts und würde mir das deshalb auch nie stechen lassen.

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