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Kaisa Lehtonen: „Hawaii war immer in meinem Kopf“

Kaisa Lehtonen ist die erste Frau im Team SPORT for GOOD, dem unter anderem auch Horst Reichel und Timo Bracht angehören. Die Finnin hat nicht nur durch den Sieg beim Ironman Südafrika auf sich aufmerksam gemacht, sondern damit auch die direkte Hawaii-Qualifikation in der Tasche. Im Interview spricht die 34-Jährige über den Wechsel von der Kurz- auf die Langdistanz, ihre eigene Triathlon-Geschichte und was sie vor allem Anfängern mit auf den Weg geben möchte!

Als Profi-Sportlerin ist dein ganzes Leben auf den Sport ausgerichtet. Was treibt dich tagtäglich an?

Seit ich ein kleines Mädchen bin fasziniert mich Triathlon. Es ist meine große Leidenschaft und ich bin gespannt, wie weit ich es noch bringen kann. Man kann sogar sagen, dass ich ein Trainingsjunkie bin! Daher ist es kein Wunder, dass es mir nicht schwer fällt, mich für die Trainingseinheiten zu motivieren und sie durchzuziehen. Mein Problem ist eher die richtige Balance zwischen Trainingsbelastung und Regeneration zu finden.

Du sagst es schon: Seit deiner Kindheit bist du vom Triathlon begeistert. Wie kam es dazu, dass Du mit Triathlon angefangen hast?

Als ich 12 Jahre alt war, erzählte mir mein Vater etwas über Triathlon und ich wollte das sofort ausprobieren! Natürlich durfte ich nicht den ganzen Triathlon machen aber zumindest Fahrradfahren wollte ich. Also schnappte ich mir an einem schönen Tag mein pinkes Mountainbike und fuhr an einem Tag 180 Kilometer zu meiner Oma. Tief in meinem Herzen wusste ich schon damals, dass Triathlon immer einen Platz in meinem Leben einnehmen wird. Seit diesem Moment wollte ich immer das Beste aus meinem Körper rausholen und die beste IronWoman werden, die ich sein kann.

Was sind deine großen Ziele? Was möchtest Du als Triathletin erreichen?

Mein großes Ziel ist eine Top-Performance beim Ironman Hawaii in den nächsten drei Jahren. Ich träume seit mittlerweile 20 Jahren von meinem Start in Kona – sogar als ich noch auf der olympischen Distanz unterwegs war, war Hawaii immer in meinem Kopf.

Du hast 2014 den Wechsel von der Kurzdistanz auf die Langdistanz vollzogen. Was hat Dich dazu bewogen?

Zu Beginn des Jahres 2015 war mein Training noch auf die Kurzdistanz ausgerichtet und mein Traum war die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio. Aufgrund einer Knieverletzung musste ich dann aber meine Teilnahme an den Europaspielen in Baku absagen und damit konnte ich die Qualifikation für Olympia vergessen. Also fragte ich mich, was ich mit meiner Karriere anfangen sollte. Ich schloss meine Augen und fühlte, dass mein Herz für die Langdistanz schlägt. Also fing ich an, gezielt für Langdistanzrennen zu trainieren.

gruppe

Kaisa mit den Männern des Team Sport for Good.

Du bist jetzt das erste Mal Mitglied in einem Profi-Triathlon Team. Wieso hast Du dich entschieden, Mitglied im Team Sport for Good zu werden?

Das Team bietet mir eine große Möglichkeit, mich weiter zu entwickeln. In Finnland trainiere ich oft allein. Das Team ermöglicht jetzt einen gezielten Austausch mit den anderen Athleten sowie Unterstützung in den Bereichen Training, Material etc. Durch die Mitgliedschaft im Team Sport for Good fühle ich mich nun wie ein echter Sport-Profi.

Du hast dich als Siegerin des IM Südafrika für die Weltmeisterschaft auf Hawaii qualifiziert. Konntest Du dir schon Gedanken darüber machen, was Du dort erreichen möchtest?

Ich finde es immer noch unglaublich, dass ich in Südafrika meinen ersten Ironman gewonnen habe und jetzt in Kona starten kann. Dieses Jahr möchte ich dort ein solides Rennen abliefern und dabei so viel Erfahrung wie möglich sammeln, damit ich in den nächsten Jahren das bestmögliche herausholen kann.

Bei welchem Rennen können sich Triathlon-Fans in diesem Jahr noch von dir und deiner Leistung persönlich überzeugen?

Ich möchte ein paar 70.3 Rennen in Europa absolvieren. Mein Hauptziel ist es aber natürlich im Oktober in Bestform in der Bucht von Kona an der Startlinie der Ironman Weltmeisterschaft zu stehen.

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#findyourstrong: Kaisa unterwegs mit Saucony.

Frauen sind im Triathlon bislang in der deutlichen Unterzahl. Warum sollten deiner Meinung nach mehr Frauen diesen Sport betreiben?

Triathlon ist eine super Sportart für Männer und Frauen. Frauen können Triathlon auf unterschiedlichen Distanzen und Leistungsstufen bestreiten – genau wie Männer auch. Wir haben beispielsweise in meiner Heimat Helsinki einen Super-Sprint (300 Meter Schwimmen, zehn Kilometer Rad, drei Kilometer Lauf) ins Leben gerufen und das Rennen erfreut sich besonders bei Frauen großer Beliebtheit. Die Rennatmosphäre ist sehr entspannt und manche Frauen cremen sich nach dem Schwimmen sogar mit Body Lotion ein. Das ist alles möglich beim Triathlon – überall! Diese kurzen Einsteigerrennen werden immer beliebter und bekannter aber nichts desto trotz muss gesagt werden, dass auch Ironman Rennen Spaß machen und etwas für Frauen sind!

Hast Du „geheime“ Tipps, möglicherweise aus deiner eigenen Anfängerzeit, die Du einem Einsteiger auf den Weg geben kannst?

Ich finde es sehr wichtig, dass man am Anfang seiner Triathlonzeit nicht zu enthusiastisch ist, auch wenn das schwierig ist. Das Training sollte langsam gesteigert werden und so kann man mit wöchentlich kurzen Schwimm-, Rad- und Laufeinheiten anfangen und diese nach einigen Wochen steigern. Erst dann sollte man anfangen die Disziplinen mehrfach pro Woche zu trainieren. Mein spezieller Rat an Frauen ist, dass sie sich einen bequemen, schicken Helm kaufen, unter dem sie ihre Haare so tragen können, wie sie es möchten. Da gibt es für jede Frisur den passenden Helm.

Danke Kaisa für das Interview!

Fotos: Team Sport for Good

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1 Comment

  • Reply
    dierennschnecke
    16. Juni 2016 at 7:45

    Tolles Interview und eine super sympathische Athletin! Ich drück ihr auf jeden Fall die Daumen für Kona. So, und jetzt noch ein wenig stöbern hier… 🙂 LG!

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