Radfahren

Zillertal Bike Challenge? „Pure, kollektive Emotion!“

Zillertal Bike Challenge: Panoramablick. Interview mit Carolyn Ott-Friesl.

Nicht mehr lange und es geht für mich ins Zillertal. Bei der Zillertal Bike Challenge (kurz: ZBC) werde ich mein Mountainbike-Debüt geben. Bloggerin Carolyn Ott-Friesl von ciclista.net ist das Rennen bereits gefahren und gibt im Interview Einblicke in ihre Erlebnisse.

Ann-Kathrin: Carolyn, Du bist ja selbst bereits bei der Zillertal Bike Challenge gestartet. Wie war das für dich?

Carolyn: Es war ein richtig tolles Erlebnis. Die Entscheidung zu starten erfolgte – wie so oft bei mir – recht spontan, ich war zwar ziemlich unfit und meine Erwartungen hatte ich davor heruntergeschraubt, um nicht enttäuscht zu sein über meine mangelnden MTB-Fähigkeiten. Aber es war einfach gut: Tolle Landschaft, total entspannte Teilnehmer, superliebe Helfer vor Ort und die Centurion-Mechaniker retteten sogar mein Bike nach der ersten Etappe.

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Carolyn Ott-Friesl vor dem Start.

Die Strecke verlangte mir zwar viel ab, aber es ging alles gut, obwohl ich ein echter Fahrtechnik-Noob bin. Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Zillertal Bike Challenge, dass sich hier sowohl die Profis richtig wehtun können, als auch die weniger Ambitionierten ein Etappenrennen mitten in den Alpen bestreiten können dank der Gondel-Abschnitte auf den kleineren Strecken.

Gibt es ein Erlebnis während der drei Tage, an das Du heute noch denkst? Was war das Schönste für dich?

Das eindrücklichste und emotionalste Erlebnis war eindeutig das Finale hoch zum Hintertuxer Fernerhaus auf 2600 Meter. Das war so eine Quälerei und die Endorphine sind den Teilnehmern – mir inklusive – im Ziel so heftig aus den Ohren geschossen, alle lagen sich in den Armen. So was hab ich noch nicht erlebt. Pure, kollektive Emotion.

Richtig cool waren auch die Begegnungen während der drei Tage. Ich bin allein hingefahren und habe direkt während der ersten Etappe Anschluss gefunden, hab tolle Menschen kennengelernt und wir haben uns gegenseitig gepusht und motiviert. Das hat einfach gepasst.

Du schreibst in deinen Berichten zur Zillertal Bike Challenge, dass Du auch ab und an mal geschoben hast. Muss man da kein schlechtes Gewissen haben?

Also ich hab keins! (lacht) Ich bin durch und durch Rennradfahrerin, gib mir eine Straße und eine weiße Linie zum Nachfahren, dann bin ich zuhause. Auf Trails habe ich eigentlich gar nichts verloren, obwohl mir das schon Spaß macht, solange es nicht zu heftig wird. Aber bevor ich mich und andere gefährde, schiebe ich lieber über kritische Stellen und schaue, dass ich nicht im Weg herumstehe. Mit dem Hardtail und meiner nicht vorhandenen Fahrtechnik hatte ich in den wenigen technischen Passagen einfach keinen Auftrag.

Bergauf zum Hintertuxer habe ich wenige gesehen, die nicht geschoben haben. Sogar die richtig fitten Teilnehmer von der Profirunde hatten hier sichtlich zu kämpfen, um nicht während des Tretens umzufallen. Von daher: Kein schlechtes Gewissen, nur den Muskelkater vom Hochschieben in den Tagen danach darf man nicht unterschätzen.

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Carolyn hat es geschafft: Im Ziel der Zillertal Bike Challenge überwiegt die Freude über den Schmerz.

Hast Du Tipps und Tricks, was Starter auf jeden Fall beachten sollten?

Das Wichtigste ist, eigentlich wie bei jedem Rennen, auf den eigenen Körper zu hören. Das bedeutet einerseits, sich nicht zu sehr von den Schnellen mitreißen zu lassen, schließlich sind die Anstiege im Zillertal keine Hügel. Andererseits darf man ruhig etwas Mut zeigen und gerade auf der Lords- und Ladies-Runde kann man auch mal was wagen, wenn die Beine gut sind. Ich habe mich manchmal etwas geärgert, dass ich nicht mehr Gas gegeben habe, obwohl es gegangen wäre. Und nicht vergessen beim Etappenrennen: Regenerieren und genug essen!

Gibt es Dinge, die Teilnehmer unbedingt in ihrem Gepäck haben sollten?

Also außer Fahrrad, Helm und Klamotten braucht man gar nicht so viel. Die Organisation war wirklich top und die fleißigen Helfer haben mir sogar mit Sonnencreme ausgeholfen, wenn‘s mal nötig war.

Für mich wird es das erste MTB-Rennen und dann auch noch mit drei Etappen. Kannst Du mir die Angst, die langsam aufkommt, nehmen?

Für mich war es damals auch das erste Mountainbike-Rennen und das erste Etappenrennen. Ich wurde damals vom Veranstalter eingeladen, sonst wäre ich nie auf die Idee zu kommen, dort zu starten. Ich war vorher richtig aufgeregt und von Selbstzweifeln geplagt. Aber das war im Nachhinein unbegründet.

Klar, es war hart bergauf, bergab war ich oft ziemlich herausgefordert und weit aus meiner Komfortzone draußen, aber am Ende überwiegt die Freude, es geschafft zu haben. Wenn Du also nicht den Anspruch hast, direkt vorne mitzufahren, kann ich Dir nur raten: Fahr los, freu‘ Dich über den tollen Ausblick und hab Spaß – der Rest kommt von alleine!

Vielen Dank für das Interview!

Mehr Informationen zur Zillertal Bike Challenge findest du hier.

Fotos: Zillertal Tourismus / privat

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