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Nein, ich bin nicht aufgeregt. Sollte ich das etwa sein?

Seit einigen Tagen erreichen mich fast täglich mehrere Nachrichten von Freunden und Familie. Meist mit dem Inhalt: „Und, bist Du schon aufgeregt?“ Meine Antwort: „Nein.“ Muss ich das denn schon sein? Ich glaube nicht. Oder etwa doch?

„Aber es ist doch deine erste Mitteldistanz?“ Ja, ist es. Und weiter? Es ist am Ende auch nur ein Triathlon. Schwimmen, Radeln und Laufen. Nur alles etwas weiter als ich es bisher im Wettkampf getan habe. Im Training bin ich in den einzelnen Disziplinen, außer im Laufen, bereits deutlich weiter gekommen als es beim Erlanger Triathlon der Fall sein wird. Zwei Kilometer Schwimmen? Schaffe ich locker. Achtzig auf der Carbon-Maschine? Machbar. Auch wenn es im Wettkampftempo sicherlich etwas mehr weh tun wird. Zwanzig Kilometer Laufen? Ich hab ja Zeit. Also alle einmal tief durchatmen – es ist doch nur Sport!

Ich habe noch keine Gels gekauft, noch nicht angefangen zu packen oder mir die Streckenführung näher angeschaut. Wieso soll ich mich bereits Tage vor dem Rennen verrückt machen? Richtig, es gibt keinen Grund. Ich habe in den letzten Wochen gut trainiert und bin vor allem gesund geblieben. Ich habe den Stress minimiert und meine vorhandene Zeit gut genutzt. Das letzte Trainingswochenende hat gezeigt: Ich kann das!

Letzter Belastungsblock? Passt!

Am letzten Wochenende vor meiner ersten Mitteldistanz ging es für mich am Samstag erstmals auf längerer Strecke auf das Triathlon-Rad. 75 Kilometer am Fuße des Taunus zu meiner Oma und wieder zurück. Im Vergleich zu den bisherigen Einheiten konnte ich im GA1-Bereich nochmal etwas Tempo draufpacken. Die Aeroposition zeigt also ihre Wirkung, auch wenn mein Nacken das ganze anfangs gar nicht so toll fand. Naja, da muss er durch. Zum Glück konnte ich noch einmal bei iQ Athletik vorbeischauen, um die für mich bestmögliche Position auf dem Rad zu fahren. Klar kann es ein Risiko sein, so kurz vor dem Wettkampf noch das Rad zu wechseln, aber wenn ich mich darauf nicht wohl gefühlt hätte, wäre ich mit meinem Rennrad mit Auflieger an den Start gegangen.

Sonntags dann die Einheit, vor der ich große Sorge hatte: 30 Kilometer Rad, 15 Kilometer Anschlusslauf. Bisher waren meine Koppelläufe nie so weit. Puh, ob ich das wohl schaffe? Mit den Gedanken wohl ganz woanders habe ich die Abzweigung auf meiner Radrunde verpasst und habe aus Versehen 43 Kilometer statt 30 auf dem Tacho erblickt als ich vor der Haustür vom Rad stieg. Ooops! Mir war das bereits auf dem Rückweg Richtung Frankfurt klar, dass es mehr werden würde, aber gleich 13 Kilometer? Hätte ich mir bei der Bewegungszeit wohl denken können. Insgesamt aber gar nicht so schlimm, wenn da nicht diese unbeschreibliche Hitze gewesen wäre. Frankfurt könnte an diesem Tag auch mit dem Regenwald verglichen werden. Sonniger, aber genauso schweißtreibend. Selbst im Stehen. Und ich soll jetzt noch 15 Kilometer Laufen? Na gut.

Kleine Durststrecke, keine Schmerzen

Die ersten beiden Kilometer glichen erfahrungsgemäß eher einem Lauf auf rohen Eiern. Auch wenn es im Vergleich zu meinen bisherigen Koppelläufen deutlich besser war. Bei Kilometer drei hatte ich eine kleine Durststrecke. Ich hätte wohl am Ende des Radfahrens noch ein Gel zu mir nehmen sollen. Also kurz stehen geblieben, Gel eingeschoben, getrunken und weiter ging es. Und das erstaunlicherweise ziemlich gut. Klar, in meinem typischen Schneckentempo, aber kontinuierlich das gleiche Tempo. Ohne Probleme – weder muskulär noch vom Kopf. Und das, obwohl es verdammt heiß war, die Brühe bereits nach wenigen Kilometern von meiner Nase tropfte und ich am Samstagmorgen noch wegen einer verhärteten Wade bei der Physiotherapie war. Da mir allerdings durch die Rad-Verspätung die Zeit davon lief und ich am Abend noch zu einem Termin musste, verkürzte ich aufgrund des guten Gefühls den Lauf auf elf Kilometer. Ich hatte ja bereits beim Rad fahren Überstunden gemacht. Glücklich und zufrieden kam ich zuhause an, auch wenn die Akkus nach zwei harten tagen wirklich leer waren. Aber ich habe die Einheiten absolviert und blicke gut vorbereitet auf den Erlanger-Triathlon.

Und wisst ihr, was mich richtig freut? Die aktuelle Wassertemperatur in Erlangen beträgt 24 Grad. Ihr wisst was das heißt? Juhu, Neo-Verbot! Einerseits Schwimme ich ungerne im Neoprenanzug. Andererseits belohnt es gute Schwimmer und bevorteilt nicht die schlechteren Schwimmer mit besseren Schwimmzeiten. Doch auch mit dieser Thematik werde ich mich erst wieder beim Packen beschäftigen, das ich frühestens zwei Stunden vor Abfahrt beginnen werde. Wie immer. Jetzt heißt es aber erst einmal Füße hoch legen, Kraft tanken und Energiespeicher auffüllen. Ganz ohne Aufregung oder Bedenken. Ich trage eine große Vorfreude in mir und freue mich auch, dass ich Unterstützung an der Strecke haben werde, auch wenn es mal nicht so laufen sollte. Doch ich weiß: Ich kann das! Und das zu wissen, ist gut so. Ich freu mich drauf!

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1 Comment

  • Reply
    annkathrinernst
    27. Juli 2016 at 20:42

    Klar, ohne Stress geht bei mir gar nichts 😉

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