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Mein erster Triathlon: Pleiten, Pech und Pannen?

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Nein, ganz so schlimm war es nicht. Auch wenn ich einiges anders gemacht hätte. Hätte ich es nur gewusst. Doch wie kam ich überhaupt dazu? Mein erster Triathlon – ja, der hatte es in sich!

Ehrlich gesagt: Es war purer Zufall. Es war für mich zu dieser Zeit privat nicht sonderlich leicht. Ich hatte vieles hinter mir gelassen, studierte in einer für mich fremden Stadt. Die Leichtathletik hatte ich schon vor gut zehn Jahren an den Nagel gehängt, das Voltigieren fiel der Uni zum Opfer. Ich ging regelmäßig ins Fitnessstudio, doch war das alles? Ich fühlte mich nie ausgelaugt, so wie ich das von früheren Trainingseinheiten kannte. Ich fand meinen Körper schön, aber ich war damit nicht zufrieden. Ich wollte mehr.

Eine Freundin meines Vaters brachte mich schlussendlich zum Ironman Frankfurt, bei dem ich ihr bei der Betreuung von VIP-Gästen half. Der Funke sprang über. Irgendwann wollte auch ich einmal an dieser Startlinie stehen. Triathlon? So schwer kann das ja nicht sein. Dass es doch gar nicht so einfach ist, wie ich damals dachte, spürte ich nur wenige Wochen später. „Uns ist jemand beim Firmentriathlon abgesprungen, willst Du es mal ausprobieren?“, hieß es. Ja klar, warum nicht. Nun war es also soweit. Beim „10 Freunde Triathlon“ in Dieburg bei Darmstadt durfte ich erstmals einen Triathlon absolvieren.

Mein erster Triathlon rückt näher…

Bereits Wochen zuvor habe ich mir Gedanken gemacht, ob ich das überhaupt schaffen würde. Doch kneifen? Das ging jetzt nicht mehr. Ich konnte ja niemanden hängen lassen. So stand ich also erstmals an einer Startlinie. Beziehungsweise ich war mit zehn anderen auf einer Schwimmbahn – keine Ahnung, wo ich mich einreihen sollte. Ich wusste ja vorher nicht einmal, was ich überhaupt anziehen sollte. Ich war natürlich super aufgeregt, auch wenn ich es nicht zugeben wollte. Spätestens nach der ersten Bahn merkte ich schon, dass ich mich hätte weiter vorne einreihen sollen. Ich habe als Kind schwimmen gelernt und konnte so aus dem „ff“ kraulen. So kam ich als Dritte unserer Bahn aus dem Wasser – und das ohne jemals trainiert zu haben. Doch spätestens jetzt merkte ich „zu Triathlon gehört doch etwas mehr“.

Die Beine auf dem Rad waren schwer – klar, ich wusste auch nicht, dass man lieber in einem kleineren Gang fahren sollte anstatt in einem dicken Gang mit viel Kraft. Ich verlor Platz um Platz, doch das war mir an diesem Tag egal. Ich war froh, dass ich die Möglichkeit bekommen hatte, einmal „dieses Triathlon“ auszuprobieren. Dabei sollte meine Hassdisziplin, das Laufen, erst noch kommen. Immerhin hatte ich dafür etwas trainiert.

Erinnerungen, die glücklich machen!

Wenn ich daran zurückdenke, muss ich wirklich schmunzeln. Ich hatte damals meiner Uni-Freundin Anne davon erzählt, die als Jugendliche bei Leichtathletik-Wettkämpfen am Start war. Sie ging mit mir Laufen und ich glaube, auch wenn sie das nie ausgesprochen hat, war sie ziemlich enttäuscht von meiner damaligen Leistung. Ich konnte nicht einmal einen Kilometer am Stück Laufen. Wie sollte ich das also an dem Tag meines ersten Triathlons schaffen? Und das auch noch mit 4,2 Kilometern? Keine Ahnung.

Ich stieg vom Rad und ich wusste: jetzt wird’s zäh. Laufen. 4,2 Kilometer. Immerhin 4200 Meter. Quasi zehneinhalb Runden auf einer Tartanbahn. Wie sollte ich das nur schaffen? Ich lief los, wie auf rohen Eiern natürlich. Dass das normal ist, konnte ich damals ja noch nicht wissen. Was war da nur los in meinen Beinen? Körper, was soll das? Mir tat mittlerweile gefühlt alles weh. Ich hatte die Strecken unterschätzt, obwohl es ja „nur“ ein Zehntel eines Ironmans war. Aber ja, so durfte ich schmerzhaft erfahren, dass Triathlon doch etwas mehr ist als „nur“ ein bisschen Schwimmen, Rad fahren und Laufen. Zu Triathlon gehört eben etwas mehr…

Meine Hassliebe: das Laufen!

So wurde Meter für Meter eine Qual. Aber ich wusste ja, dass es bald geschafft ist und meine Freunde mit einem kühlen Bier im Ziel auf mich warten. Natürlich wollte ich auch niemanden enttäuschen, obwohl ich mittlerweile von allen überholt worden und das Streichergebnis unserer Gruppe war. Aber ich wollte diesen kleinen Wettkampf zu Ende bringen und beweisen, dass ich Triathlon kann. Hört sich doch auch irgendwie gut an, dieses: „Ich bin Triathletin!“

Umso mehr freute ich mich kurz vor Schluss darüber, dass einer der starken Läufer mir entgegen kam um den Rest mit mir ins Ziel zu laufen, immerhin kannte ich die meisten der Betriebssportgruppe erst seit dem Morgen. Mit meinen 21 Jahren schien ich aber für die meisten noch Welpenschutz zu genießen, was mir in diesem Moment zu Gute kam. Er spornte mich an, motivierte mich noch einmal loszulaufen, die Schmerzen zu vergessen und das Rennen zu genießen. Hey, immerhin hatte ich meinen ersten Triathlon fast gefinished!

Priorität Nummer 1: Spaß haben

Heute weiß ich: Es ist alles halb so schlimm. Und die Leistung ist völlig egal – es ist immerhin dein erster Triathlon. Hier geht es darum Spaß zu haben. Meiner Familie und meinen Freunden ist es doch egal, wie lange ich brauche. Hauptsache ich komme gesund ins Ziel. Und auch ich habe für mich selbst irgendwann gelernt, dass die Zeit egal ist. Meine Leistung ist das entscheidende, nicht der Vergleich mit anderen. Ich mache das für mich alleine, weil ich daran Spaß habe. Klar ärgert es mich, wenn ich die Laufstrecke nicht komplett durchlaufen kann und mal ein paar Schritte gehe. Aber ist das nicht normal, wenn man auf etwas hintrainiert? Beim ersten Triathlon ist das aber sowas von egal. Spaß haben lautet die Devise!

Was ich heute noch weiß: Ich habe in meinem Triathleten-Leben schon viel erreicht. Ich habe meine eigene Leistung stetig gesteigert und mittlerweile sogar eine Mitteldistanz ins Ziel gebracht. Ich kann stolz sein auf das, was ich erreicht habe und kann von mir behaupten, dass ich immer noch Spaß am Sport habe.

Was ich heute anders machen würde?

Ich würde versuchen mir weniger Gedanken zu machen, mich weniger mit den anderen auf der Strecke vergleichen und den Wettkampf genießen. Ich würde vorher wohl auch alle Informationen aufsaugen, die ich nur bekomme kann. Ich würde Artikel lesen, Fachmagazine kaufen und Blogs studieren. Alle möglichen Freunde und Bekannte über Triathlon ausquetschen. Um dann im oder nach dem Wettkampf zu merken, dass ich sowieso die Hälfte vergessen habe. Aber wisst ihr was? Das ist gut so. Ich kann heute über meine ersten Fehlerchen lachen. Muss auch gerade grinsen während ich den Artikel schreibe. Das sind die Erinnerungen, die sich in unser Hirn brennen. Oder? Wie war es bei dir? Verrate es mir…

Ich habe für Euch bei Triathleten nachgefragt: Wie war eigentlich dein erster Triathlon? Was würdest Du rückblickend anders machen und was sind deine Tipps und Tricks für einen schönen ersten Triathlon? Das könnt ihr in „Mein erster Triathlon – Teil 2“ nachlesen.

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5 Comments

  • Reply
    Lotta
    3. November 2017 at 15:40

    Hey Ann-Kathrin,

    Das klingt ja wirklich spannend. Kann mir richtig gut vorstellen, wie du dich auf der Laufstrecke gefühlt hast. Und ich glaube, man geht zu sehr mit sich selbst ins Gericht. Vor wem muss man sich denn rechtfertigen? Ich denke, es kommt drauf an, sein Bestes zu geben, aber nicht zu verkrampfen. Bisher kann ich das allerdings leider nur aus der Zuschauerperspektive sagen…

    Beste Grüße,

    Lotta

  • Reply
    Susann
    7. November 2017 at 15:32

    Hey Ann-Kathrin,

    was für ein schöner Erfahrungsbericht. Jeder Anfang ist schwer gerade am Anfang sollte man sich wirklich wie du geschrieben hast das Motto „Es soll Spaß machen“ zu Herzen nehmen 😉 Nicht das man zu schnell die Lust verliert.

    lg
    Susi

  • Reply
    My Homepage
    17. November 2017 at 13:42

    … [Trackback]

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