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„Halt’s Maul, Du fette Sau“ – DAS macht mich richtig sauer!

Über Twitter bin ich auf den etwas anderen Rennbericht auf dierennschnecke.com aufmerksam geworden. Und das, was Christina in ihrem Beitrag schreibt, macht mich ziemlich wütend! Gleich mehrere Zuschauer haben sie aufgrund ihres Körpergewichts bei einem Triathlon-Wettkampf beleidigt. Ich frage mich: Geht’s noch?

Christina berichtet von ihrem Start beim Summertime Triathlon. Ihrem erst dritten Triathlon überhaupt. Doch aus einem Rennbericht wird eine Abrechnung. Eine Abrechnung mit ihren Erlebnissen und den Personen, die diese verursacht haben. Denn während ihres Wettkampfs wurde sie gleich mehrfach von Zuschauern beleidigt. Zunächst von einem Zuschauer beim Rad fahren: „Halt’s Maul, Du fette Sau!“, rief dieser. Auf der zweiten Laufrunde durfte sie sich dann noch von einem anderen anhören: „Super, ist schon weniger dran jetzt!“ Eine Schande!

Offene Fragen, keine Antworten.

Es macht mich wütend, wenn ich so etwas lese. Und traurig zugleich. Auch ich hätte mich wahrscheinlich heulend in eine Ecke verzogen. Aber ganz ehrlich: Was soll das? Wie kommen Leute auf die Idee, eine Sportlerin auf Grund ihres Körpers zu beleidigen? Gibt es keine Grenzen mehr? Muss jeder Sportler aussehen als würde er nichts essen? Ist es nicht gut genug, dass man überhaupt Sport betreibt und nicht faul auf der Couch liegt, Chips in sich reinfrisst und Sport, wenn überhaupt, nur aus dem Fernsehen kennt?

Meinen Respekt hat Christina. Sie hat in den vergangenen Jahren fast 30 Kilo abgenommen. Und Respekt habe ich auch dafür, dass sie offen darüber schreibt, was sie bewegt und sie sich tagtäglich dazu aufrafft, etwas zu tun. Ganz klein hat sie angefangen und ihre Laufzeiten, laut ihrer Homepage, kontinuierlich verbessert. Es ist egal, wie schnell oder langsam wir sind. Es kommt darauf an, dass wir es überhaupt tun. „Jeder Kilometer ist ein gewonnener Kilometer“, schrieb jemand in den Kommentaren. Und trifft damit ins Schwarze. Mit so einer großen Anteilnahme an diesem Beitrag hatte sie vorher nicht gerechnet, bedankt sich auf ihrer Homepage. Und das zeigt: Hoffentlich sind diese Fälle nur Einzelfälle. Doch es rüttelt mich auch wach. Viel zu oft gehen wir mit Vorurteilen durch die Welt. Viel zu selten schauen wir hinter die Fassade eines Menschen. Egal, ob dick oder dünn.

Mehr Respekt!

Sascha von Trailrunnersdog hat es auf den Punkt gebracht: Es braucht einfach mehr Respekt! Vermeintlich „dickere“ Sportler sind Sportler – wie Du und ich. Sie haben vielleicht mehr Gewicht, aber nicht weniger Herz. Sie tun etwas für sich. Ganz im Gegensatz zu all den anderen, die zuhause sitzen und Däumchen drehen. Sie sind verletzlich und verständlicherweise auch traurig, wenn einem solche Kommentare gegen den Kopf geschmissen werden. Immerhin, und auch da hat Sascha Recht, teilen wir die gleiche Leidenschaft! Sei es Triathlon, Laufen, Rad fahren oder eine andere Sportart. Wir müssen uns mit Respekt gegenüber treten. Nicht mit Hass, Diskriminierung oder Vorurteilen.

Liebe Christina, bitte höre nicht mit dem Sport auf. Verfolge ihn weiter, erreiche deine ganz persönlichen Ziele und habe Spaß an dem, was Du tust. Jetzt erst recht! Ich freue mich, auch in Zukunft von Dir und deinen Erlebnissen zu lesen. Und in Zukunft dann hoffentlich nur noch positiv. In diesem Sinne: Macht’s gut, Hater!

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2 Comments

  • Reply
    Tim
    11. August 2016 at 8:28

    Ich kann sowas nicht verstehen, gerade Sportler mit mehr Gewicht müssen viel mehr leisten, als die vermeintlich sportlichen, dünnen Menschen. Ich selber bin bei 173 und 97kg definitiv nicht leicht, hab mir aber Rad am Ring angetan und dabei einen Jedermann überholt, der locker sein 170/180kg drauf hatte an der Hohen Acht überholt. Er ist nicht wie so einige andere abgestiegen. Ich hab ihm im Vorbeifahren auf die Schulter geklopft und meinen Respekt ausgedrückt. Wie auch viel andere, die ihn überholt haben. Er hat sich da hochgekämpf und gewonnen gegen den größten Gegner, den wir alle haben, uns selbst. Diesen Kampf haben alle die, die am Rand stehen und nur rumpöbeln verloren.

  • Reply
    Michaela
    11. August 2016 at 14:29

    Respekt Christina
    Jeder der sich sportlich zeigt dem sollte Respekt gezeigt werden.
    Ich bewunder jeden der bei Wettkämpfen mitmacht.
    Weiter die richtigen Sportler stehen hinter dir

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