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Freitag Tumor-Bestrahlung, Sonntag Ironman!

Seine Geschichte ist wirklich bemerkenswert. Alexander Hoh erleidet 2009 einen epileptischen Anfall. Während der Behandlung wird überraschend ein Hirntumor festgestellt. Es folgen  Operationen, Bestrahlungen und eine Chemo-Therapie. Doch Aufgeben gibt es für ihn nicht! Bis Freitag musste er zur erneuten Bestrahlung – 48 Stunden später wird er an der Startlinie beim Ironman Frankfurt stehen.

„Ein Ziel vor Augen zu haben, das ist in so einer Phase einfach eine große Hilfe“, erzählt Alexander aus voller Überzeugung. „Das Ziel, der Ironman, hat mir geholfen am Ball zu bleiben. Hätte ich das Ziel nicht gehabt, hätte ich mich wahrscheinlich gehen lassen. Hätte auf der Couch gehangen und die Chemo nicht so gut überstanden.“ Eine bemerkenswerte Einstellung, die der 31-Jährige an den Tag legt. Und das, obwohl die vergangenen Jahre alles andere als einfach waren.

Es ist 2009. Mit vier Kumpels ist Alexander auf Männerurlaub, wie er selbst sagt. Vier Wochen zuvor hat er einen Marathon absolviert, ist körperlich top fit. Doch aus heiterem Himmel erleidet er einen epileptischen Anfall. Es folgt ein Filmriss von einigen Stunden. „Aufgewacht bin ich im Krankenhaus, an mein Bett gefesselt. Das war wirklich krass“, beschreibt er die damalige Situation. Die Ärzte erklären ihn für flugunfähig. Glücklicherweise war er damals Mitglied in der REGA, einer Schweizer Flugrettungsgesellschaft. Mit Hilfe einer Ärztin wurde er von Gran Canaria nach Zürich geflogen. Die erste Operation folgte – der gefundene Tumor im Hirn sollte entfernt bleiben. Dass es nicht bei einem Eingriff bleiben soll, sondern drei weitere folgen, ahnte damals noch niemand.

Triathlon-Sucht gegen Tumor-Frust

Im Juni 2015 dann die insgesamt vierte und bis heute letzte Operation. Trotzdem hält er an seinem Ziel Ironman fest. Zwei Mal musste er den Start absagen, doch 2016 soll es klappen. Dafür absolvierte er seit Beginn des Jahres 130 Kilometer im Schwimmbecken, 4240 auf dem Rad und 755 in den Laufschuhen. Ohne Trainingsplan, sondern flexibel nach Wetter und Behandlungen orientiert. Auf die Frage, woher er die Kraft nehme, gibt er ehrlich zu: „Manchmal weiß ich das selbst nicht.“ Es tue ihm einfach gut, dieses Gefühl nach dem Training oder dem Wettkampf. „Jeder Sportler kennt das. Dieses Gefühl nach einem Wettkampf ist mit nichts vergleichbar. Es ist wie eine Sucht, aber positiv!

Ehrgeizige Ziele, trotz Erkrankung

Auch während Chemotherapie und Bestrahlungen trainiert er zwischen zwölf und 15 Wochenstunden für seinen großen Traum: Das Finish beim Ironman in Frankfurt. Insgeheim hofft er auf ein Finish unter zwölf Stunden, doch er ist sich bewusst, dass das aufgrund der Bestrahlung ein ehrgeiziges Ziel ist. „Wenn es am Ende langsamer wird, werde ich keine Sekunde bereuen. Das Ankommen ist das Hauptziel“, so der 31-Jährige. Unterstützt wird er dabei von seiner Familie. Klar, nicht jeder verstehe es, aber: „selbst wenn man einen Ironman ohne Erkrankung macht, wird man für verrückt gehalten. So natürlich noch etwas mehr verrückt“, sagt er und lacht.

Am 3.7.2009 begann sein Leidensweg mit dem epileptischen Anfall. Sieben Jahre später, am 3.7.2016 wird er am Langener Waldsee im Wasser stehen. Wenn der Startschuss ertönt, wird er Alles geben. Im Kampf gegen sich selbst, im Kampf gegen den Krebs. Um hoffentlich irgendwann einmal tumorfrei zu sein.

Mehr über ihn erfahrt ihr auf seiner Homepage oder bei Facebook. Beim Ironman Frankfurt geht er mit der Startnummer #1237 an den Start! Viel Erfolg und schnelle Genesung, Alex!

Fotos: privat

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