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Die fünf besten Triathlon-Wettkämpfe in Hessen

Triathlon in Hessen

Oftmals werde ich gefragt: Bei welchen Veranstaltungen startest Du eigentlich? Ich möchte Euch einen kleinen Einblick geben, an welchen hessischen Wettkämpfe ich besonders gern teilnehme und warum.

Eine Veranstaltung als gut oder schlecht zu bewerten ist sicherlich eine ganz persönliche Empfindung und hat auch ganz sicher viel mit den eigenen Emotionen, Erwartungen und Reflektion zu tun. Nichtsdestotrotz versuche ich Euch einen Überblick zu geben, welche Wettkämpfe ich ohne Einwände in Hessen empfehlen würde.

Warum nur auf Hessen bezogen? Ganz einfach: Ich bin hier zuhause. Hier absolviere ich naturgemäß auch die meisten Wettkämpfe. Außerdem starte ich regelmäßig für meinen Verein Eintracht Frankfurt in der Hessenliga 2 der Damen – dem Liga-Betrieb des Hessischen Triathlon Verbandes. Dadurch habe ich auch einige Liga-Rennen mitgemacht. Ich möchte Euch guten Gewissens meine Informationen an die Hand geben, die ich aus eigener Erfahrung heraus berichte – nicht, weil ich ein Rennen vom „Hörensagen“ kenne.

Meine Favoriten: Triathlon-Wettkämpfe in Hessen

Meine Top 5 – sortiert nach Veranstaltungsdatum – sind dabei ausschließlich Wettkämpfe, die durch Vereine organisiert werden. Nachdem ich bei einem Ironman 70.3-Rennen gesundheitlich Absagen musste und ich nicht einmal die Möglichkeit bekommen habe meinen Startplatz auf ein anderes, späteres Rennen umzumelden, habe ich mir vorgenommen, mehr darauf zu achten, wer eigentlich der Veranstalter ist und wo das Geld hinfließt. Und ich sage Euch: Umso genauer man hinschaut, desto schönere, familiärere Veranstaltungen könnt ihr finden. Und nur, weil sie kleiner sind, heißt es nicht, dass sie schlechter wären – im Gegenteil!

Barockstadt Fulda Triathlon

Wir starten in die neue Triathlon-Saison mit einem schönen Wettkampf in Osthessen: dem Barockstadt Fulda Triathlon. Dort werde auch ich 2018 wieder meine Saison eröffnen und freue mich darauf. Bereits 2016 war ich dort am Start und habe das Rennen in absolut positiver Erinnerung behalten. Da unsere Seen Anfang Mai nicht sonderlich warm sind, freue ich mich, dass in Fulda in einem Schwimmbad geschwommen wird. Mit wenigen anderen Triathleten geht es auf eine Bahn, die nach der angegeben Schwimmzeit eingeteilt werden. Bei meinem letzten Start haben wir uns kurz vorher abgesprochen, wer welche Zeiten schwimmen möchte und so nacheinander aufgereiht – also keine Angst vor dem Schwimmen mit Fremden auf einer Bahn. Man muss sich nur gut absprechen.

Die Radstrecke ist größtenteils flach und ist bei der Olympischen Distanz zwei Mal zu durchfahren. Grundsätzlich kann sie windanfällig sein, da auch einige lange Stücke außerhalb der Stadt zu fahren sind, die nicht geschützt sind. Mein Tipp: die erste Runde eher gemütlich angehen und in der zweiten Runde dann „all-out“. Anschließend geht es auf die Laufstrecke in der Innenstadt, die auch einige Kopfsteinpflasterpassagen hat und noch eure Aufmerksamkeit fordert. Auf zwei Runden (OD) durch die Altstadt, vorbei am Schloss und durch den Park mit zwei kleineren Steigungen können dich auch deine Begleiter gleich mehrfach sehen. Beachtet: Hier haben wir einen Wettkampf mit zwei Wechselzonen, deine Liebsten müssen also noch in die Innenstadt düsen, was aber nicht weit vom Schwimmbad entfernt liegt.

Am 6. Mai 2018 ist es in Fulda wieder soweit, die Olympische Distanz ist allerdings mittlerweile ausverkauft. Über die Sprintdistanz und für Staffeln sind noch ausreichend Plätze verfügbar.

Quarterman Bruchköbel

Weiter geht’s mit dem Quarterman in Bruchköbel, der am 3. Juni 2018 ausgetragen wird. Angeboten werden hier die Sprint- und die sogenannte „Quarterman“-Distanz, die etwas länger ist als die klassische Olympische Distanz, denn es sind 10,5 Kilometer als Lauf zu absolvieren. Auch hier wird im Schwimmbad geschwommen und die Bahnen in kleine Startgruppen aufgeteilt. Landschaftlich hat der Quarterman einiges zu bieten und ist auf dem Rad wirklich sehr schön zu fahren. Ein welliges Profil machen die Strecke sehr abwechslungsreich und alles andere als langweilig. Die Laufstrecke hat ein kleines Stück Wiese bzw. Feld, ansonsten ist sie asphaltiert und gut zu laufen.

Übrigens habe ich dort einen sehr lustigen Liga-Moment erlebt: Da wir die letzte Startgruppe waren und ich als letzte Starterin auf die Laufstrecke ging, war in der zweiten Runde der Wendepunkt schon entfernt. Ich war ziemlich amüsiert darüber – ja, ich brauche ab und an etwas mehr Zeit auf der Strecke, denn als die Helfer das kleine Problem bemerkten, rannte einer von ihnen auf den ursprünglichen Wendepunkt und stellte sich als Hütchen-Ersatz auf. Einer von ihnen lief außerdem rund einen Kilometer mit mir, wir unterhielten uns über den Wettkampf, Triathlon im Allgemeinen und er entschuldigte sich relativ häufig. Ich empfand das als gar nicht schlimm und ziemlich menschlich, dass man abbaut, wenn weit und breit niemand mehr in Sicht ist. Ehrlich gesagt war es für mich sogar eine umso größere Motivation, denn ich wurde nicht nur etwas länger begleitet, sondern wurde auch bei kaum einem Wettkampf so lautstark unterstützt. Vielen Dank noch einmal dafür!

Auch für mich ist es eine Überlegung, ob ich 2018 dort wieder an den Start gehe. Die Anmeldung öffnet am 1. Januar um 10 Uhr – perfekt, um die ersten Vorsätze für 2018 bereits am Neujahrsmorgen in trockene Tücher zu bringen.

Woogsprint Darmstadt

750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer auf dem Rad, fünf Kilometer laufen – das sind die „harten“ Fakten des Woogsprints. Eine klassische Sprintdistanz, die vor allem durch ihre Radstrecke für mich besonders ist. Außerdem finde ich es jedes Jahr auf neue erstaunlich, wie der DSW Darmstadt es auf die Reihe bekommt, durch gute Organisation so viele Sportler/innen zufrieden und glücklich ins Ziel zu bringen.

Zur ersten Disziplin: Das etwas verwinkelte Schwimmen findet im „Woog“ statt, der sich bei warmen Temperaturen sehr schnell aufheizt. So hatte ich bislang nur einmal das Vergnügen dort mit Neoprenanzug schwimmen zu dürfen. Was mir persönlich übrigens entgegenkommt, da ich nicht sonderlich gerne mit Neopren schwimme und außerdem der Überzeugung bin, dass das Schwimmen ohne Neopren deutlich fairer ist. Aber bleiben wir beim Thema. Aus dem See raus geht es in die Wechselzone, die aufgrund der unterschiedlichen Startgruppen und Wettkämpfen (Ligen und offene Klassen) relativ groß ist – es empfiehlt sich also, vorher genau hinzuschauen und sich den Weg einzuprägen.

Über die Bundesstraße heizen!

Weiter geht’s auf das Rad und hier wird es für mich jedes Jahr aufs Neue faszinierend: Für den Wettkampf ist eine Bundesstraße komplett gesperrt. Nach fünf Kilometern wird gewendet und die Runde durch die Teilnehmer gleich zwei Mal absolviert. In der Liga ist das für mich übrigens toll, wenn ich sehe, wo gerade meine Mädels unterwegs sind und man sich auch das ein oder andere Mal im vorbeifahren gegenseitig motivieren kann.

Das Laufen findet dann als Wendepunktstrecke rund um den See statt. Da es im Juni gerne auch etwas wärmer sein kann, können sich Starter/innen über viele Bäume rund um den See und damit auch viel Schatten freuen. Der weitläufige Zieleinlauf lädt dazu ein, noch etwas mit Freunden oder Mitstarter/innen abzuhängen und das Rennen Revue passieren zu lassen. Die Pommes am Kiosk ist übrigens auch sehr zu empfehlen 🙂

Rund um den Woog wird’s am 10. Juni 2018 spannend. Die Online-Anmeldung ist bereits geöffnet. Mehr Informationen zum Wettkampf gibt es hier.

Der Woogsprint passt nicht in deinen Rennkalender? Dann solltest Du dir überlegen, ob Du nicht zum Zuschauen vorbeischaust. Vor allem die Liga-Rennen sind immer spannend mit anzuschauen, besonders wenn die Jungs der 2. Bundesliga durch Darmstadt jagen!

Rodgau-Triathlon

Ehrlich gesagt: in einem schöneren, klareren See bin ich in meiner bisherigen Triathlon-„Karriere“ noch nie geschwommen. Wenn ich nicht wüsste, dass ich dort einen Wettkampf zu absolvieren habe, wäre das auch der perfekte Badesee für eine Auszeit am Wochenende. Geschwommen wird auf einem Rund- bzw. Dreieck-Kurs, der je nach Distanz mehrfach zu bewältigen ist. Die Radstrecke ist äußerst flach und super schnell, also die perfekte Gelegenheit, eine neue Bestzeit auf dem Rad aufzustellen. Gelaufen wird auf asphaltierten Wegen auf einer Wendepunktstrecke. Kurze Wege ermöglichen es auch dem Zuschauer ein spannendes Rennen zu verfolgen und seine Liebsten auf der Strecke gleich mehrmals zu sehen.

In diesem Jahr findet er am 19. August 2018 statt. Die Anmeldung zum Rodgau-Triathlon öffnet am 1. Januar 2018. Traditionell ist das Rennen sehr schnell ausverkauft. Also Plätze sichern!

Viernheimer V-Card Triathlon

Puh, Viernheim ist nichts für Weicheier. Top-organisiert, liebevolle Helfer und ein familiäres Umfeld machen für mich als Anti-Bergfahrerin das wieder gut, was ich an Nerven auf der sehr anspruchsvollen Radstrecke verliere J Du stehst auf knackige Anstiege? Dann bist Du in Viernheim definitiv an der richtigen Adresse. Die Olympische Distanz ist landschaftlich in Hessen wohl einmalig, hat aber auch den ein oder anderen Berg für dich parat.

Die Wechselzone beim Viernheimer Triathlon. Foto: Marcel Hilger.

Neben der Olympischen Distanz bieten die Viernheimer aber auch kürzere Distanzen an, die traditionell bereits samstags stattfinden. Vom Fitnesstriathlon bis zur Olympischen Distanz, vom Anfänger bis hin zum Profi – hier findet jeder Triathlonliebhaber eine passende Strecke. Und mit etwas Glück bist Du auch einmal mit Hawaii-Siegern wie Patrick Lange oder Sebastian Kienle auf der Strecke. Das hat auch was, oder?

2018 findet der Viernheimer Triathlon am 25. und 26. August statt. Die Anmeldung ist seit dem 24. Dezember geöffnet. Alle weiteren Informationen gibt’s hier.

Bei meinem letzten Start musste ich leider vorzeitig aufgeben, was aber definitiv nicht an der Organisation lag. Vielmehr sollte ich mittlerweile gelernt haben, dass man vor einem Wettkampf keine Ernährungsexperimente macht. Den Bericht „Mein erstes DNF“ kannst Du hier nachlesen.

Hat sie nicht zwei große Veranstaltungen vergessen?

Ja, es gibt noch zwei weitere Veranstaltungen, die ich in diesem Beitrag nicht vergessen will, die aber aus zwei ganz unterschiedlichen Gründen (bislang) nicht zu meinen „Top 5“ der Triathlon-Veranstaltungen in Hessen gehören. Einerseits geht es um den City Triathlon in Frankfurt, andererseits um den Moret-Triathlon des VfL Münsters.

Von letzterem habe ich bislang nur Gutes gehört und 2018 wird dort auch wieder die Hessische Meisterschaft über die Mitteldistanz ausgerichtet. Schwimmen im See, ein anspruchsvolles Profil auf der wunderschönen Radstrecke, einen Laufrundkurs, sodass Familie und Freunde gleich vier Mal passiert werden und eine gute Organisation durch den ortsansässigen Triathlon-Verein. Was will ein/e Triathlet/in mehr?

Da ich ihn aber noch nicht selbst absolviert habe, möchte ich dazu gar nicht viel sagen und auch keine Bewertung abgeben. Außer: Ja, ich möchte ihn in meinem Triathlon-Leben definitiv noch machen! Wen von Euch sehe ich dort 2018? Die Anmeldung hat bereits geöffnet. Bis Ende Februar beträgt das Startgeld übrigens nur 115 Euro. Für eine Mitteldistanz! Also schnell anmelden, dabei sein und mit Eurem Startgeld außerdem auch noch einen kleinen Verein unterstützen, der übrigens auch eine wunderbare Jugendarbeit leistet. Die Anmeldung läuft über MAXX Timing, weitere Informationen zur Veranstaltung findet ihr hier.

Warum nicht der City Triathlon in Frankfurt?

Das ist ganz einfach. Beim City Triathlon handelt es sich um einen kommerziellen Veranstalter der diesen Wettkampf organisiert. Ja, es macht riesig Spaß durch die Frankfurter Innenstadt zu heizen und seine Stadt auf dem Rad zu erkunden, was im normalen Frankfurt-Verkehr und vollen Straßen so gar nicht möglich wäre. Die Straßensperrung kostet den Veranstalter übrigens eine beachtliche Summe. Das ist wohl auch einer der Gründe, warum die Startgebühren bei dieser Veranstaltung verhältnismäßig ziemlich hoch sind. Für mich ein ausschlaggebender Punkt, warum ich dort noch nicht öfter am Start war und ihn bislang auch für 2018 nicht auf meiner Agenda habe. Ganz ehrlich: 80 Euro in der ERSTEN (!) Anmeldephase, die übrigens schon seit Ende Oktober 2017 für August 2018 vorbei ist, sehe ich für eine Olympische Distanz nicht wirklich ein.

Abgesehen von den Startgebühren ist der Wettkampf sehr gut organisiert, auch wenn ich persönlich von einem solch großen Veranstalter noch mehr erwarten würde. Und ja, ich habe schon viele Stimmen von Triathleten/innen gehört, die sagten: „Da starte ich nicht noch einmal!“ Ich kenne aber auch viele, die jedes Jahr aufs Neue an den Start gehen. Ich glaube, es gibt kaum einen Wettkampf der in meinem persönlichen Umfeld so stark polarisiert. Aber testet ihn doch einfach mal. Ich habe dort übrigens auch meine erste Olympische Distanz absolviert. Die Geschichte zu meinem allerersten Triathlon gibt’s natürlich auch zum Nachlesen..

Ich bin gespannt, wie Eure Meinung ist und ob ihr Wettkämpfe auf der Agenda habt, die ich definitiv machen sollte. Ich freue mich auf Eure Kommentare!

 

Beitragsbild: Christian Cardinahl l www.art-tack.de

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3 Comments

  • Reply
    Lisa
    30. Dezember 2017 at 0:46

    EINE ganz tolle Veranstaltung ist auch der er Merck-Heinermann Triathlon in Darmstadt. Dort war mein bisher tollster Start über eine OD – mit der witzigsten und kompliziertesten Schwimmstrecke (man kann im Woog tatsächlich 1500
    m schwimmen ), tollen 50
    Km auf der gesperrten Bundesstrasse wo man wirklich ballern kann, und einem Mega runners high auf einer toll betreuten Laufstrecke! Dort will ich wieder hin ❤️

  • Reply
    Jörn
    30. Dezember 2017 at 16:46

    Und erst der Kinzigtal Triathlon

  • Reply
    Marcus Röder
    30. Dezember 2017 at 18:07

    Der Kinzigtaltriathlon in Gelnhausen ist mein Favorit. Früher Saisonstart, Schwimmen im Freibad, flache schnelle Strecken, familiär und bestens organisiert.

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